about ferry tale music

Das Leben ist zu kurz, um all die schö­nen Dinge zu ent­decken, die es bere­i­thält. Eines dieser schö­nen Dinge ist die Musik. Der Umfang an Gen­res und Kün­stlern ist mit­tler­weile ins uner­messliche gestiegen, so dass schnell der Überblick ver­loren gehen kann. Um hier Abhilfe zu schaf­fen, wird es im Café Wag­ner ab Jan­uar jeden let­zten Fre­itag im Monat, ein Jahr lang, einen Labelabend geben.

Diese Ver­anstal­tung ist für alle Men­schen, die die „Schön­heit der Chance“ ergreifen wollen, sich unab­hängig von den „Big Four“ der Musikin­dus­trie zu ent­fal­ten und  inter­essiert an Neuem und Unbekan­ntem sind. In erster Linie soll es um Kle­in­st­la­bels und ihre MacherIn­nen gehen, die in nahezu altru­is­tis­chem Han­deln ihren Ideen und Sichtweisen von Schön­heit Aus­druck ver­lei­hen. Es wird ihnen hier eine Plat­tform gegeben, auf welcher sie die Chance haben nicht nur den Kün­stler isoliert, son­dern vielmehr das Label als ein Gesamtwerk zu präsen­tieren, um Anhänger und Bewun­derer zu finden und ihren Stand­punkt zu vertreten.

Umso mehr dient dieser Abend der Würdi­gung und Anerken­nung an die Arbeit der einzel­nen Betreiber, die meist neben­bei erwerb­stätig sind um zu überleben. Denn für sie ist Musik Selb­stzweck, nicht Mit­tel zum Zweck und ein großes Stück Freiheit.

26.04.2012: GARY im Cafè Wagner

Gary sind Robert Stadlober (guit/voc), Astrid Noventa (keys/voc/guit), Rasmus Engler (drums) und Daniel Moheit (bass).

Gary sind Robert Stad­lober (guit/voc), Astrid Noventa (keys/voc/guit), Ras­mus Engler (drums) und Daniel Moheit (bass).

Slacker King­dom Revis­ited!
Als die ersten Töne eines Omni­chords schüchtern aus den Boxen knistern, beginnt man schon zu ahnen, wo man gelandet ist. Und spätestens beim Refrain des zweiten Liedes “Epi­taph“, wo es heißt: “This Is Our Future Going Up In Flames“, weiß man, wo man sich befindet. Mit­ten im fröh­lichen Nihilis­mus, im Paradies der Plan­ver­weigerer, im Slacker Kingdom.

Evan Dando lehnt leicht müde an einem Baum, Kippe im Mund, Gitarre in der Hand und pfeift Lou Bar­low ein Lied. Bei “Mazunte“ schauen dann kurz Alex Chilton, Chris Bell und der Rest von Big Star auf ein schnelles Bier vor­bei, bevor sich alle gemein­sam zu Super­chunk auf die Wiese set­zen, um eine Ode an den gescheit­erten Rev­o­lu­tionär Bill Ayers zu sin­gen. Achso, Teenage Fan­club, Steven Malk­mus, J. Mas­cis, die Throw­ing Muses, Juliana Hat­field und Guided By Voices sind natür­lich auch da.

Jetzt kön­nte man denken, dass Gary so sehr aufge­hen in ihrer Slacker Glorie, dass sie sich nicht ein­mal die Mühe machen, eigene Lieder zu schreiben. Aber dieser Gedanke wird spätestens bei “Twisted Beds“ von einem lauen Som­mer­wind wegge­fegt. Und bei “Love Is Love“ und “Hell Teema“ ist man sich dann ganz sicher: Hier wird nichts nachgemacht! Hier ist eine Band zuhause in dem, was sie tut. Klar erkennt man die Ein­flüsse und Helden in den Liedern. Aber das muss so sein, denn das hier ist POP! In Cap­i­tal Let­ters. Und trotz­dem wird alles, die ganze Welt, ähnlich wie bei Best Coast, Girls oder Yuck, durch ganz eigene, neue Augen gese­hen. Durch die Augen von Teenagern, die sich das erste Mal auf einer Pavement-Show küssen und zer­broch­enen Lieb­schaften zu Sebadoh-Tapes hin­ter­her weinen. Hier wer­den Songs in die ungerechte, überkomplizierte Welt hin­aus­ge­sun­gen mit der Euphorie, dem Schmerz, der Ent­täuschung und ja, auch der Wut der Jugend. Denn wie sagte schon Calvin John­sonn von Beat Hap­pen­ing: “Rock´n´Roll Is A Teenage Sport, Meant To Be Played By Teenagers Of All Ages“. Und bei diesem Album “Hey Tur­tle, Stop Run­ning!“ weiß man dann endlich wieder, warum Calvin immer Recht hat!

 

 

Weiter Infor­ma­tio­nen: siluh.com/artists/gary
Facebook-Veranstaltung: facebook.com

27.04.2012: Etui Records

Etui Records ist ein Stück Dres­d­ner Techno Geschichte. Gegrün­det wurde das Label 1998 von Oliver Hart­mann. Nach 3 Releasen und einer Kreativ­pause von 2001 – 2006 erweckte er zusam­men mit Sören Matschiste das Label wieder. Gemein­sam ent­deckte man tal­en­tierte Dres­d­ner Kün­stler wie Alec Troniq, Alex Carbo oder End of Tape aka DJ Stachy und Gun­jah. Die Veröf­fentlichun­gen lassen sich dabei schwierig in eine bes­timmte Schublade der Techno Musik stecken. Vielmehr ist es die Philoso­phie, neue Wege zu ent­decken, Gefühle auf die Tanzfläche zu befördern. Seit dem sind 15 Vinyl Releases, sowie mehrere dig­i­tale Veröf­fentlichun­gen erschienen. Zusät­zlich erscheint jährlich die Etui Sum­mer Camp Com­pi­la­tion mit Stücken der Label– und Gastkün­stler. 2011 ver­ließ Sören Matschiste Etui Records wieder um sich neuen Auf­gaben zu widmen.

Mit dem Start der neuen lim­i­tierten Vinyl Serie kehrt seit­dem das Label musikalisch zu seinem Anfang und seinen  Wurzeln Ende der 90er Jahre zurück.  Es wird die Detroi­ter Schule zitiert und dabei gle­ichzeitig Dubtechno in einen aktuellen Klangkon­text trans­portiert. Monomood’s „Oktro­sis“ erschien als rot/schwarz mar­mori­ertes Vinyl im Okto­ber 2011 und hat Samm­ler­w­ert. Im April 2012 folgt ETUILTD002 Insect O. „Birds over Hong Kong“ incl. einem Remix von Marko Fürsten­berg.  Und mit dem Sab­o­tage hat man im Herzen des Dres­d­ner Szen­es­tadt­teils Neustadt ein neues Dom­iziel für die eige­nen Label­par­tys gefun­den. Mit Gastkün­stlern wie Marko Fürsten­berg, D. Dig­gler, Fre­und der Fam­i­lie oder dem befre­un­de­ten Dres­d­ner Tech­no­la­bel Melted Record­ings liegt man nah am Puls der Zeit und zeigt, dass hier im Tal der Ahnungslosen ganz schön was los ist. Man muss nur genau hinsehen.

oldschoolbritpopgala

14.02.2012: “Just Kids — The Story of Patti & Robert”. Eine Lesung mit Musik

Keine Ver­anstal­tung im Rah­men der Labelabende, aber trotz­dem empfehlenswert:

“Ich war zwanzig Jahre alt und bestieg den Bus. Ich trug meine Jeans, einen schwarzen Rol­lkra­gen­pulli und den alten grauen Regen­man­tel, den ich in Cam­den gekauft hatte. Mein gelb-rot kari­ertes Köf­ferchen enthielt einige Zeichen­s­tifte, ein Notizbuch, Rim­bauds ‘Illu­mi­na­tio­nen’, ein paar Klei­dungsstücke und Bilder von meinen Geschwis­tern. Heute war Mon­tag. Ich war an einem Mon­tag geboren. Ein guter Tag, um in New York einzutreffen…”

So beginnt die aben­teuer­liche Geschichte von Patti, dem Lan­dei aus New Jer­sey, das mit 20 Jahren vor den Schweine­far­men und Squardance-Scheunen ihrer Kind­heit flieht, um mit­ten im “Sum­mer of Love” von 1967 in New York ein neues Leben zu begin­nen. Auf ihrer Suche nach einem Unter­schlumpf in der Metro­pole lernt sie den gle­ichal­tri­gen Robert ken­nen, einen hüb­schen Hip­pie in Schaf­fell­weste und Birkenstock-Sandalen, der eben­falls dabei ist, sich selbst zu finden. Die bei­den verbindet der gemein­same Traum vom Leben als Kün­stler, aber auch eine unbe­wältigte Ver­gan­gen­heit. Es beginnt die ras­ante Entwick­lung der bei­den vom frischver­liebten Hip­piepärchen aus der Prov­inz, das um ein Haar in der Gosse endet, zum coolen Künstler-Duo, das mit seinem androg­y­nen Look und aggres­siven Auftreten die Szene aufmis­cht und kün­st­lerisch das kom­mende Jahrzehnt einläutet.

Rike Schu­bert, Absol­ventin der Schaus­pielschule “Ernst Busch”, und Noel Rademacher, Pop­musiker aus Berlin, präsen­tieren die gemein­same Geschichte von Patti Smith und Robert Map­plethorpe als eine szenis­che Lesung mit Pup­pen und Live­musik — frei nach dem auto­bi­ographis­chen Buch “Just Kids” von Patti Smith, das 2010 erschien. Songs von Tim Hardin, Nico, Arthur Rus­sell und anderen bilden den Soundtrack.

“Just Kids — The Story of Patti & Robert”. Eine Lesung mit Musik
Lesung und Pup­pen­spiel: Rike Schu­bert
Musik: Noel Rademacher
Eine Pro­duk­tion von The­aterkos­mos 53
60 Minuten

30.03.2012: Sweethome Records

Bedin­gungslose Fre­und­schaft als Fun­da­ment für Spaß, Kreativ­ität und gute Musik!

Seit nun­mehr zehn Jahren ist diese Philoso­phie der pro­duk­tive Motor des säch­sis­chen Inde­pen­dent Labels Sweet­home Records (Face­book).

Pri­vate und musikalis­che Zunei­gung gehen hier Hand in Hand. Daraus entsteht ein Enthu­si­as­mus, der sich mit­tler­weile als feste Größe im Sound­dreieck zwis­chen Indie, Amer­i­cana und Pop etabliert hat. Ein abwech­slungsre­icher wie gekon­nter Quer­schnitt aus dem vielfälti­gen Fun­dus ihrer exper­i­mentellen, ver­spiel­ten und stets direkt ins Herz tre­f­fenden Gemein­schaft an Künstlern.

- ursprünglich 2000 gegrün­det um dem Lofi-Wohnzimmer Pro­jekt „Trend­set“ eine Plat­tform zu geben

- nach dem 2. Release Drop Out, wurde es wieder etwas ruhiger um das Label

2004 bis 2006 begann man, mit teil­weise neuen Leuten  das Label zu einer fes­ten Plat­tform für regionale und inter­es­sante Bands zu entwickeln

24.02.2012: Kyr Records

Kyr Records ist ein Label aus München, das es erst seit 2010 gibt. Gegründet als eine Art Erfül­lung eines Jugend­traums von Laury Reichart und dem Englän­der Peter Hall war das erste Release das Debü­tal­bum der eige­nen Band: Mex­i­can Elvis, das von den Kri­tik­ern sehr wohlwol­lend aufgenom­men wurde (u.a. 5 Sterne im Musikexpress). Der Rest ging dann irgend­wie wie von selbst. Mittlerweile hat Kyr Records sich einen kleinen Namen in Musik­lieb­hab­erdeutsch­land erarbeitet. So hal­ten zum Beispiel die Süd­deutsche Zeitung oder auch der Bay­erische Rund­funk das Label eins, auf das man in Zukunft achten sollte. Was mit Sicher­heit auch daran liegt, dass die weni­gen Releases alle­samt sehr gute Kri­tiken bekommen. Momentan promi­nen­tester Act auf Kyr Records ist der Eich­stät­ter­Musiker Joasihno. Mit seinem aktuellen Album “We Say: Oh Well” hat er es in diverse Besten­lis­ten 2011 geschafft. Das Szen­emagazin “Zünd­funk” auf Bay­ern 2 führt ihn in auf Platz 33 der besten Plat­ten des ver­gan­genen Jahres. Damit ist er der höchst bew­ertete Kün­stler aus Bay­ern in den Charts. Joasi­hno hat außer­dem beim Musikvideo zur aktuellen 13&God (Neben­pro­jekt von The Notwist) — Sin­gle “Armoured Scarves” Regie geführt. Mit The Notwist geht Joasi­hno im Jan­uar auch auf Europa­tour, um danach gle­ich mit dem gefeierten Chill­wa­ver “Youth Lagoon” aus den USA weiter zu touren.

Das neueste Sign­ing aus dem Hause Kyr ist der junge Finne Antti Reikko alias Koria Kit­ten Riot. Sein Album “The Lows&The Highs” wird er zum ersten Mal überhaupt in Deutsch­land am 24. Feb­ruar in Jena präsentieren.”

27.01.212: Head­phon­ica

///heads for free

Head­phon­ica ist ein freies Net­la­bel dessen Ziel es ist, Musik unter Cre­ative Commons-Lizenzen als kosten­lose Down­loads zu veröffentlichen.

Das Weimarer Label kennt kein­er­lei Genre-Beschränkungen und so ist es seit eini­gen Jahren Heimat einiger ungewöhn­licher Musiker, Pro­jekte, und unger­ader Klang­ex­per­i­mente. Die musikalis­che Band­bre­ite reicht von Elec­tron­ica, Tape­mu­sic, Jazz, Avant­garde, Folk, exper­i­mentellen Lärm, bis hin zu Hip Hop und Pop.

Head­phon­ica startete 2006 als Kün­stlerkollek­tiv, welches sich dem eher akademis­chen Ansatz, Lofi-Sounds über Kopfhörer aufzuze­ich­nen, ver­schrieben hatte. Nach der Veröf­fentlichung der ersten Com­pi­la­tion namens Head­phon­ica, wuchs das Pro­jekt zu dem heuti­gen Net­la­bel mit fast 100 Veröf­fentlichun­gen heran. Etikette sind Head­phon­ica nach wie vor egal, es geht den Mach­ern und musikalisch Aktiven vor­rangig um die freie Entwick­lung des eige­nen Schaf­fens und um prak­tis­che Starthilfe für andere Kün­stler unter dem Dach einer kom­merziell unab­hängi­gen öffentlichen Plattform

Line-Up Sweethome Records (30.03.2012)

Sweet­home Records schickt uns am 30.03.2012 die fol­gen­den Acts ins Café Wagner:

bombee
the buyable sluts
suralin
+ Sweet Home Dj Team

Line-Up Kyr Records (24.02.2012)

Kyr Records lässt am 24.02.2012 das Café Wag­ner in Jena durch die fol­gen­den Acts beschallen:

Koria Kit­ten Riot
Mex­i­can Elvis
+ KYR DJ Team